Es ist soweit! Der Mosaik-Katalog "DAS MOSAIK von Hannes
Hegen" ist in einer neuen Auflage erschienen. Reiner
Grünberg, Jörg Janetzky und Michael Hebestreit legen
hiermit das ultimative Werk für den "Digedag-Fan" vor.
Vorwort zur 8. Auflage 2012
Mosaik und kein Ende
Just im Jahr 2010 haben alle Liebhaber neue
Anlässe gefunden, um den Horizont der ewigen Digedagwelt
weiter im Auge zu behalten. So ist es mehr als legitim,
Geburtstage zu begehen, selbst wenn sie im bislang üblichen
Jubiläumsverständnis nicht ganz oben standen.
Jedoch stimmt es freudig, wenn der 55. Geburtstag des
Erscheinens von der „Jagd nach dem Golde“ mit dem 85.
Geburtstag des Schöpfers unserer kleinen Freunde
zusammenfällt. Anlass genug für die nächsten Recherchen,
Tauschbörsen, Ausstellungen oder die Erinnerung an die
vielleicht länger zurückliegende Lektüre der Hefte.
Und 2012 ist deshalb die Herausforderung an die Macher des
vorliegenden Katalogs, diesen nicht nur auf den aktuellsten
Stand gebracht zu haben, sondern mit diversen Hinguckern
die Nachfrage der Fans nach der mittlerweile 8. Auflage zu
befriedigen. Insofern bleiben wir der Tradition treu, den
Markt nicht mit Riesenauflagen zu überschwemmen, sondern
die nächsten qualitativen Schritte zu gehen und dann
logischerweise eine 9. Auflage ins Visier zu nehmen.
Ehe an dieser Stelle die Veränderungen im Katalog
angesprochen werden, eine kurze Reflektion an ein Ereignis,
das einer Revolution nahe kommt – die Öffnung der
Schatzkisten des Meisters und das Einverständnis, diese
Vielfalt an Studien, Materialsammlungen und originären
Dingen der Werkstatt von Hannes Hegen der Öffentlichkeit zu
übertragen. Wer hat das noch vor wenigen Monaten für
möglich gehalten? Ich jedenfalls nicht. Was macht die Sache
noch spannender? Die ganze Sache passiert in meiner
Heimatstadt, der nunmehrigen zumindest heimlichen
Hauptstadt der Digedagwelt. An dieser Stelle sei etwas zu
dieser Überraschung eingefügt.
Wie das Leben so spielt, fasste Hannes Hegen zum
Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig (ZFL) ein Vertrauen,
das allen bisherigen Versuchen zur Kontaktaufnahme mit der
Außenwelt wie ein Wunder glich. Und innerhalb weniger Tage
wurde ein Vertrag aufgesetzt und unterzeichnet, der für die
Ewigkeit (zumindest in Digedagdimensionen) ein Segen ist.
Bleiben uns nicht nur die Hefte, Reprints und Nachdrucke,
sondern auch die kreativen Materialien erhalten, die alles
erst möglich machten. Gestattet sei ein Zitat aus der
Ausstellungsinformation der Stiftung Haus der Geschichte
zur neuen Heimat der Hannes-Hegen-Utensilien im ZFL: „Die
Sammlung ist in ihrem Umfang und in ihrer Vollständigkeit
einzigartig. Inzwischen übernahm das Zeitgeschichtliche
Forum rund 60 000 Blätter und Einzelobjekte in den
Museumsbestand, darunter Vorzeichnungen zum Mosaik.
Zugleich öffnen sich neue Perspektiven: Der kreative und
künstlerische Erziehungsprozess der Zeitschrift Mosaik wird
anhand von Originalen anschaulich.“
Als krönenden Abschluss seines Lebenswerks wurde an
Johannes Hegenbarth am 9. August 2010 das
Bundesverdienstkreuz am Bande vom Bundespräsidenten
verliehen.
Zum Katalog 2012 ist die weitere Präzisierung des
Themenkreises Exporthefte erwähnenswert. Hier gilt vor
meinem Freund Reiner Grünberg eine Riesenverbeugung, wie er
über die Jahre stets Neues auskramt, abgleicht und
schließlich die weißen Flecken auf der Landkarte der
Mosaikforschung tilgt. Klar ist, er es nicht allein. Die
Netzwerke stehen und dank der rasant wachsenden
Möglichkeiten, die das Internet bietet, ob mit Datenbanken,
Homepages, Diskussionsforen, ist der Wissenszuwachs
ungebremst. Wir kommen aus der Papierwelt und bleiben trotz
Digitalisierung dem Geruch des alten Papiers, dem Grad der
Korrosion von Heftklammern und der Haltbarkeit von
Klebestreifen auf das Engste verbunden. Deshalb verwundert
es auch nicht, dass das Medium Buch wiederum den Zuschlag
für die Publikation des Katalogs erfahren hat. Ich bin mir
mittlerweile auch ziemlich sicher, dass es keinen
Verdrängungswettbewerb zwischen Digital und Papier geben
wird, sondern eine produktive Koexistenz die Zukunft auch
der folgenden Generationen bestimmen wird.
Die zweite wesentliche Weiterentwicklung des neuen Katalogs
ist die ausführliche Biografie Johannes Hegenbarths, die
bis dahin nur wenig bekannte Lebensabschnitte in Wort und
Bild erläutert.
Da alles aus Papier auch seinem natürlichen Zerfallsprozess
entgegenstrebt, darf eine Be-schreibung der Zustände der
einzelnen MOSAIK-Hefte nicht fehlen.
Also noch viel Stoff, um dem Hobby MOSAIK eine neue
Qualität zu geben.
In diesem Sinne:
Viel Spaß beim Schmökern
im
M ä r c h e n
O r i g i n a l i t ä t
S p a n n u n g
A b e n t e u e r
I n f o r m a t i o n
K u n s t
Reinhard Münch